Selbst bestimmt!

Die Verwalter gegen die Erneuerer

Die einen haben das Land im Griff, die anderen kommen schwer zum Zug.

Die „Verwalter“ ordnen ihr Handeln den „Sachzwängen“ unter. Immer. Mit Bedauern zwar, doch die Strukturen, die diese Sachzwänge schaffen, würden sie niemals angreifen und verlassen. Für neue Probleme haben sie alte Lösungen und wenn die nicht funktionieren: noch mehr alte Lösungen. Zu ihnen gehören die Kostenoptimierer, Prozessoptimierer und die allermeisten Institutionenmarschierer. Kurz: Menschen in „festen Positionen“, die stets nur soweit gehen, wie es ihre Position erlaubt.

Die „Erneuerer“ hingegen wollen Ideen verwirklichen. Dafür sind sie bereit, ihren Lebensstandard vorübergehend zu senken. Sie vertrauen darauf, dass sie auch das eigene Leben immer wieder erneuern und dadurch sichern können. Daher brauchen sie keine „feste Position“. Sie halten sich am Rand auf, denn von dort erkennt man neue Lösungen. Zu ihnen gehören die Kreativen in allen Disziplinen, die Neu-Unternehmer, die Beinullanfanger, kurz: Alle, die an die Wurzeln gehen und tiefere Lösungen anbieten. Wolf Lotter nannte sie in brandeins „die Gestörten“ weil Ihre Sinne schärfer und empfindlicher sind. Das macht sie unzufrieden mit dem Vorhandenen und treibt sie zur Veränderung.

Konflikte zwischen diesen beiden Gruppen prägen ständig den Alltag: Die Erneuerer kämpfen nicht nur gegen die Bürokratie der Verwalter, sondern vor allem gegen ihr Denken. Überall treffen sie auf Kopfschütteln. Wer zum Beispiel eine “sichere Position” räumt und etwas Neues gestalten will, erlebt als größte Bremse das Kopfschütteln seines Umfelds.

Auch in der Politik zeigt sich diese Bruchlinie: Die Erneuerer können in den bestehenden Strukturen nichts bewirken. Sie finden sich in allen Parteien, aber dort sind sie nicht mal Minderheit, sondern einzelne Spinner, oft mundtot gemacht oder zermürbt. Wenn die Linke nicht selbst von Verwaltern geprägt wäre – hier hätte sie ein neues Projekt für gesellschaftlichen Fortschritt: ein Bündnis für einen gemeinsamen Aufbruch, für eine Unabhängigkeitserklärung gegenüber dem Industriekapitalismus, ein Forum für Menschen, die mit ihren Ideen Wohlstand schaffen und selbstbestimmt arbeiten wollen. Erneuerer sind zwar Einzelkämpfer, aber irgendwann brauchen sie bessere Strukturen, in denen sie wirken können. Und Strukturen lassen sich nicht im Alleingang verändern. Das geht nur gemeinsam.

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