Eben gelesen, Selbst bestimmt!

“Rework” von Jason Fried & David Heinemeier Hansson

„Ignorieren Sie dieses Buch auf eigene Gefahr!“, warnt das Cover der englischen Ausgabe. Für mich wars ein Erbauungsbuch, weil es bereits Geahntes wunderbar artikuliert und bestätigt. Spaßige Lektüre für alle, die vom Glauben abgefallen sind, dass das, was in den meisten Büros passiert, irgendetwas mit Effektivität zu tun hat.

Knapp hundert Tipps räumen auf mit konventioneller Business- und Gründer-Denke und regen an, das eigene Geschäft smarter zu führen: Näher am Produkt, näher am Kunden, näher an sich selbst. Außerdem gibts starke Medizin gegen Workoholismus-Anfälle.

Man kann es vor dem Gründen nutzen und sich damit sinnlose Arbeit und Ausgaben sparen. Man kann damit laufende Arbeitsprozesse optimieren. Man kann als Arbeitnehmer lernen, sich bei schlau bei schlauen Firmen zu bewerben. Und wer mit Schlauer-Gründen-Literatur bereits vertraut ist, den rüttelt immer noch genug auf, mich zum Beispiel Folgendes:

  • Aus Misserfolgen lernen wir … nichts! Wir lernen nur aus Erfolgen.
  • Lieber eine Problemlösung vermarkten, die bereits im eigenen Leben großen Nutzen gestiftet hat, als eine, von der man nur annimmt, den anderen könnte es nutzen.
  • Nicht über Beschränkungen jammern (kein Geld, keine Zeit, kein Material) sondern sie akzeptieren und genau daraus ein Produkt gestalten. Zwingt zur Ökonomie und Kreativität.
  • Neben- / Abfall-Produkte verkaufen, also das, was ohne viel Aufwand nebenher entsteht.

Einige Tipps widersprechen sich, zum Beispiel: „Möglichst alle Unterbrechungen abschaffen“ versus „schnellstmöglich bei Kundenproblemen reagieren“. Verzeihbar – so ist halt das Leben. Zwischen widersprüchlichen Anforderungen muss jeder seine eigene Weisheit hervorbringen.

Die Autoren betreiben eine eigene Softwarefirma, aus der sie ihre Erfahrungen ziehen. Bloggen tun sie auf Signal vs. Noise.

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