Selbst bestimmt!

Kein Luxus: mir gemäß gründen

Am wichtigsten bei meiner Unternehmensgründung war mir die Frage: Wie will ich eigentlich arbeiten? Anfangs hatte ich nur ein paar Anhaltspunkte. Zum Beispiel kam ich mit einer bestimmten Art von Stress schwer zurecht, nämlich der, zu vielen Fremd-Anforderungen gerecht werden zu müssen. Schlecht war ich auch darin, Dinge zu vertreten, die andere beschlossen hatten. Ich war äußerst sinn-anfällig: Ergab die Arbeit Sinn für mich, war ich Spitzenleister. War sie sinnlos, deprimierte mich sie bis zur Erstarrung.

Außerdem wusste ich: Ich kann gut mit mir alleine. Zwar kann ich auch gut mit anderen und genieße intensives Beisammensein, aber ich will mich jederzeit wieder in meine kreative Höhle zurückziehen können.

Allein dieses Wissen hatte für mich entscheidende Konsequenzen: Mein Unternehmen würde nie personell wachsen. Lieber ein Kooperationsnetzwerk knüpfen als sich mit Angestellten herumschlagen. Lieber ein Büro alleine als eine Bürogemeinschaft. Aus meinem Können – Texten, Produktentwickeln, Anleiten und Managen – zimmerte ich mir einen Beruf, der ich mir unerwünschte Stress-Situationen erspart: Als Trainer habe ich kaum Feuerwehreinsätze, denn die Buchungen laufen Monate vorher. Auch als Texter kann ich pünktlich liefern und trotzdem konzentrierte Arbeitszeiten einhalten – so lange ich mich nicht übernehme und klare Vereinbarungen treffe.

Will mit all dem sagen: Es gibt so viele „eigentliche“ Motive, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Oft sind es die, die man gar nicht zugeben möchte, weil sie wenig mit Wirtschaftlichkeit zu tun haben oder gar Einschränkungen bedingen oder in anderen Ohren nach Luxus klingen. Doch nur wenn diese Motive gelten dürfen, so meine Erfahrung, bleibt man dauerhaft produktiv und lebensfroh.

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