Buddha und Welt, Funkydeen

Wo blieb die internationale GAU-Task-Force?

Wieder alles „außer Kontrolle“, wieder „Arbeiten unterbrochen“, wieder Mess-Irrtümer. Dazwischen Bilder von Wasserbömbchen danebenschmeißenden Helikoptern, von der spritzenden Feuerwehr aus Tokio oder von derilierenden Sprechern. Was man von Fukushima hört und sieht, vermittelt keinen kompetenten Umgang mit der Katastrophe. Warum darf ein Land im Schockzustand alleine weiterwursteln? Warum gibt es – 25 Jahre nach Tschernobyl – immer noch keine internationale Eingreiftruppe für Nuklearkatastrophen?

Diese Eingreiftruppe bestünde aus einem globalen Expertennetzwerk, aus Ingenieuren, Wissenschaftlern, aus Tschernobyl- und Harrisburg-Veteranen. Außerdem wäre jede Betreiber- und Herstellerfirma verpflichtet, ihre besten Leute diesem Netzwerk zuzuführen. Dort würden Störfälle gemeldet, analysiert und Best-Practice-Ansätze ständig aktualisiert. Außerdem wäre die Eingreiftruppe bestens bestückt mit neuestem Gerät, Robotern, Messgeräten, Notfallmaterial, Flugzeugflotte. Eine mobile Armee, innerhalb kurzer Zeit mit einer Kommandozentrale vor Ort.

Reaktorbetreiber und Regierungen wären verpflichtet, diese Eingreiftruppe bei GAU-Gefahr ins Land zu lassen und ihr Zugang zu allen Räumen, Personen und Daten zu gewähren. Der Betreiber gäbe die Kommandohoheit ab.

Und ich dachte, das gäbe es alles bereits! Ich dachte, dies sei die Aufgabe der IAEA!

Stattdessen müssen wir voller Mitleid mitansehen, wie ein Häuflein von Pechvögeln wochenlang an vier strahlenden Meilern herumhühnert. Nur weil eine Regierung zu stolz, ein Betreiber zu mafiös oder eine Kultur zu verschlossen sein mag.

Dass dies sein darf, dass dies noch so ist – das entsetzt mich.

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