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„Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen“ von Hallgrímur Helgason

Das Buch gewann auf der diesjährigen Buchmesse den Preis für den skurrilsten Titel. Den kaufte ich frisch vom Stand weg.

Ein gejagter Mafia-Killer aus New York findet Zuflucht bei Fundi-Christen auf Island. Helgason gelingt es, eine massenmordende Figur mit soviel Witz und Sensibilität auszustatten, dass man zwei durchgelesene Nächte lang zu ihr hält und ins Kissen prustet vor Lachen.

Doch nur Klamauk ist’s auch wieder nicht: Zuweilen erzählt der Killer, ein Exilkroate, verstörende Erinnerungen aus dem Balkankrieg, von denen man ahnt, dass sie nicht der Fantasie des Autors entsprangen. Dies und anderes hebt das Buch aus dem Killerkömodien-Genre und macht daraus – ja was? Eine wunderbare Geschichte, in der Nihilismus und Lebenssinn miteinander ringen.

Außerdem las ich ein mitreißendes Island-Porträt – nur erträglich in dickem Pullover oder Daunendecken. Und was für tolle Vornamen! In meinem nächsten Leben möchte ich Hallgrímur heißen.

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