Buddha und Welt

Glück als Ressource

Das Deutsche kennt nur diesen einen Begriff: „Glück“. Das Englische unterscheidet immerhin zwischen „luck“ und „happiness“, also zwischen „Glück haben“ und „Glücklichsein“. Dann gibt es noch einen Begriff, der im Buddhismus wichtig ist: „good fortune“.

Auf der Oberfläche zeigt sich „good fortune“ in den günstigen Ausgangsbedingungen eines Menschen oder seinem guten Händchen, mit dem ihm scheinbar mühelos ein Erfolg nach dem anderen gelingt.

Tiefer betrachtet ist „good fortune“ so etwas wie Treibstoff im Lebenstank. Wer voll davon ist, der hat „luck“ und ist „happy“. „Good fortune“ ist also die tiefe Ursache dafür, dass Menschen Glück haben und glücklich sind. Aber dieser Treibstoff kann ausgehen. Im Englischen verwendet man dafür das gleiche Verb wie bei einer Benzinpanne: „He ran out of good fortune“. Wenn dies passiert, gelingt auf einmal nichts mehr. Dann teilt das Schicksal plötzlich einen Schlag nach dem anderen aus.

Viele Menschen wenden sich in einer solchen Phase bewusst einer Religion zu. Der Buddhismus ist explizit dafür da, „good fortune“ wieder aufzubauen. Seine Ausübung ist wie eine Zapfsäule, mit der wir Glück tanken – um wieder Glück zu haben, Glück zu geben und glücklich zu sein.

Wie das geht? Die buddhistische Ausübung aktiviert die Kraft, trotz widriger Umstände positive Ursachen zu setzen. Sie reinigt den Blick, so dass Du trotz allem Leid freundlich in den Spiegel blickst oder Fremden ein Lächeln schenkst. Aus den kleinen positiven Dingen entsteht allmählich die Kraft für Größeres: Kraft für einen neuen Umgang mit sich selbst, Kraft für eine neue Suche, auf der Du vieles entdeckst, und schließlich Kraft für eine neue Aufgabe, die Du unbedingt anpacken willst. So läuft der stotternde Glückmotor wieder an.

Der Moment, in dem das Glück verschwindet und alles den Bach runtergeht, ist kein Endpunkt. Er ist ein Wendepunkt mit der Chance, das Wertvollste im Leben zu lernen: Wie man ein Magnet wird, der dauerhaft „good fortune“ anzieht und abgibt.

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