Buddha und Welt, Eben gelesen

“Daisaku Ikedas Philosophy of Peace” von Olivier Urbain

Er ist Präsident der weltweit größten buddhistischen Bewegung, seine jährlichen Friedensvorschläge waren bahnbrechend für zahlreiche politische Initiativen, hunderte von Universitäten zeichnen ihn mit Ehrendoktorwürden aus. Doch in Deutschland fragt man sich immer noch: Daisaku Ikeda? Wer ist das?

Nun ist ein Buch über sein Lebenswerk erschienen. Wer sollte es lesen? Alle die wissen möchten, ob der Buddhismus der modernen Welt mehr zu bieten hat als Entspannung, Exotik und Therapie. Alle die wissen wollen, wie der Wischiwaschibegriff „Weltfrieden“ zur erleb- und erreichbaren Realität werden kann. Denn genau darum hat sich Daisaku Ikeda ein Leben lang bemüht: um eine konkrete „Übersetzung“ der Absicht des Buddha ins 21. Jahrhundert, allen Menschen ein glückliches Leben zu ermöglichen.

Olivier Urbain gelingen in seinem Buch zwei Dinge:

1)    Ikedas Beweggründe werden offengelegt, da Urbain ausgiebig aus dessen Tagebüchern und anderen Schriften zitiert. Wir erfahren, wie Ikeda den Krieg erlebte, wie verzweifelt er in der Trümmerlandschaft des Nachkriegsjapan Orientierung suchte, wie er auf Josei Toda traf, seinen Mentor, wie er dessen Vision vertrauen lernte von einer neuen Humanität, die sich aus dem Nichiren-Buddhismus speist, aber andere Religionen mit einbezieht. Aus diesem hindernisreichen Werdegang wird klar: Es schwebt nichts Übernatürliches, nichts Guruhaftes um Ikeda. Er kämpft als gewöhnlicher Mensch mit den gleichen Ressourcen wie jeder andere auch.

2)    Urbain systematisiert Ikedas Lebenswerk, so dass darin die Vision einer Friedenskultur erkennbar wird. Drei Schwungräder treiben sie voran: Innere Wandlung, Dialogfähigkeit und ein wachsendes Erdenbürger-Bewusstsein. Wieder beschreibt Urbain anhand vieler Zitate sehr plastisch, wie diese Schwungräder ineinander spielen, die Wirklichkeit verändern und vor allem: wie machbar sie sind.

Gibt es also eine Vision von einer besseren Welt, die mehr ist als frommes Papier? Lohnt es sich, sie zu kennen und zu unterstützen? Ich finde schon – und deshalb empfehle ich dieses Buch wärmstens allen, die nicht mehr jammern und bangen wollen. Und natürlich die Werke von Daisaku Ikeda selbst.

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