Kategoriearchiv: Buddha und Welt

Hier geht es um Politik, Gesellschaft und Religion. Mal sind es leise Betrachtungen, mal laute Thesen. Inspiriert sind sie alle vom Buddhismus, mein Daseinsgerüst, an dem ich lerne und wachse.

Gefährliche Phrase: „Sein volles Potential entfalten“

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In der Personalentwicklung, in jedem Coaching-Angebot, in der Selbstverwirklichungsliteratur: Überall wird uns dieser Satz als Vision verkauft. Unendlich viel stecke da in uns, das wir noch nutzen könnten. Doch wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen menschlichem Entfalten und gnadenloser Selbstausbeutung? Weiterlesen »

Was kommt nach den Freuden des Konsums?

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Immer wieder denke ich an eine Fernseh-Reportage, die ich zufällig aufgeschnappt habe. Da wurde irgendwo in Schottland eine Familie porträtiert, die müllfrei lebt. Das heißt: Alle Abfälle wiederverwertet oder so einkauft, dass kein Abfall anfällt. Das fand ich sehr bewundernswert. Nur kam die Familie so rüber wie eben eine, die von der Idee besessen ist, Müll zu trennen, zu verwerten, zu recyceln. Besonders fröhlich wirkten die nicht, eher wie Sachbearbeiter, die gründlich ihre Pflicht tun. Weiterlesen »

“Die Geschichte der Zukunft” von Erik Händeler

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Es gibt in meinem Leben ein paar „Epochenbücher“, die mein Denken neu ausgestattet haben. Mit zunehmendem Alter werden diese Bücher seltener, aber Die Geschichte der Zukunft hat mich ein paar Nächte hintereinander hellwach sein lassen: Da erzählt mir einer mitten in der Finanzkrise schlüssig, warum alle monetaristischen Lösungen letztlich versagen werden – und was helfen könnte. Das Buch ist ein Plädoyer für eine qualitative, gar wertorientierte Finanz- und Wirtschaftspolitik. Es rät, in jene Sektoren zu investieren, die unserer Wirtschaft einen neuen Produktivitätsschub verleihen könnten: in Bildung und Gesundheit. Warum? Weiterlesen »

Digitale Vernetzung – oversexed and underfucked?

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Wenn ich nach vier XING-Jahren Bilanz ziehe, fällt diese recht mager aus. Mit keinem der dort generierten Kontakte ist irgendetwas Nennenswertes entstanden.

Nun mag irgendwer, der meine Aktivitäten dort analysiert, einwenden, dass ich dieses digitale Netzwerk nicht richtig nutze, dass ich mein Profil optimieren, Gruppen beitreten. dort mehr mitmischen, XING-Erfolgseminare buchen, oder mich noch zwecks Synergie in anderen digitalen Netzwerken tummeln – also kurz, noch viel, viel mehr investieren sollte. Weiterlesen »

„Humanomics“ von Uwe Jean Heuser

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Nehmen wir einmal an, Sie bringen ein paar Leute dazu, auf der Fußgängerzone für eine klasse Sache Spenden zu sammeln. Der erste Tag bringt bereits tolle Ergebnisse. Am zweiten wollen Sie Ihr Team noch stärker motivieren und sagen: „Zehn Prozent des gesammelten Geldes dürft ihr behalten.“ Was passiert? Weiterlesen »

Wie werde ich „gläubig“?

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Ich kenne zwei Wege:

1) Mich spricht der Gehalt einer Lehre an, denke über sie nach und prüfe sie Schritt für Schritt. Wenn sie mich beim Fortschreiten nicht enttäuscht, nehme ich diesen Glauben schließlich an. Schritt für Schritt verwandle ich Skepsis in Gewissheit. Das ist der typische Weg eines deutschen Intellektuellen: Begeisterung – aber wohldosiert. Der Haken an der Sache könnte hinter der nächsten Ecke lauern.

2) Mich sprechen die Ausübenden an und ich vertraue erst einmal auf die Richtigkeit der Lehre. Ich handle nach ihr und mache meine Erfahrungen. Sind diese positiv, verwandelt sich mein Vertrauen in Gewissheit. Weiterlesen »

Glück als Ressource

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Das Deutsche kennt nur diesen einen Begriff: „Glück“. Das Englische unterscheidet immerhin zwischen „luck“ und „happiness“, also zwischen „Glück haben“ und „Glücklichsein“. Dann gibt es noch einen Begriff, der im Buddhismus wichtig ist: „good fortune“. Weiterlesen »

Wo blieb die internationale GAU-Task-Force?

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Wieder alles „außer Kontrolle“, wieder „Arbeiten unterbrochen“, wieder Mess-Irrtümer. Dazwischen Bilder von Wasserbömbchen danebenschmeißenden Helikoptern, von der spritzenden Feuerwehr aus Tokio oder von derilierenden Sprechern. Was man von Fukushima hört und sieht, vermittelt keinen kompetenten Umgang mit der Katastrophe. Warum darf ein Land im Schockzustand alleine weiterwursteln? Warum gibt es – 25 Jahre nach Tschernobyl – immer noch keine internationale Eingreiftruppe für Nuklearkatastrophen? Weiterlesen »

Planen oder Glauben?

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Wer planen kann, der muss nicht glauben. Er muss nur berechenbare Komponenten zusammenstellen. Und wenn alles nach Plan läuft, hat er zum gewünschten Zeitpunkt das gewünschte Ergebnis.

Außer, es kommt etwas dazwischen. Weiterlesen »

“Corpus Delicti” von Juli Zeh

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Wie immer sind mir ihre Figuren merkwürdig fern: Sie rühren mich nicht, ich kann sie beobachten wie in einem klinischen Experiment. Trotzdem hängt mir das Buch lange nach. Nicht wegen der Figuren. Auch nicht wegen der Geschichte, sie besteht aus dem klassischen Match „Individuum gegen Gesellschaft“ – mit ebenso klassischem Ausgang. Was mich nicht loslässt, ist das Gesellschaftssystem, in dem ihre Figuren spielen. Weiterlesen »